Florian Schmidt (32) startete 2007 im Salzgitter Konzern, nachdem er seinen Schulabschluss erfolgreich beendet hatte. Mittlerweile ist er schon 14 Jahre im Konzern, genauer in der Tochtergesellschaft Peiner Träger GmbH, tätig. Hier übernimmt er als Koordinator innerhalb der Stahlproduktion viel Verantwortung.

Im folgenden Interview schildert Florian Schmidt seinen Werdegang nochmal genauer:

Florian, du hast 2007 deine Schulzeit erfolgreich beendet. Was hast du denn für eine Ausbildung gemacht?

Nach der Schule habe ich im September 2007 über die Salzgitter Service und Technik GmbH, eine ehemalige Tochtergesellschaft, eine Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen. Diese habe ich dann im Winter 2011 abgeschlossen.

Wie ging es dann für dich weiter?

Mit Abschluss der Ausbildung im Februar 2011 wurde ich in der Produktion des Stahlwerkes Peine eingesetzt. Anfänglicher Bedenken zum Trotz, nicht in meinem Ausbildungsberuf zu arbeiten, habe ich mich in meinem Bereich, der Sekundärmetallurgie, schnell eingefunden und hatte auch viel Freude an der Arbeit.
Ich war schnell an jedem Posten in meinem Bereich einsetzbar, was mich allerdings nicht zufrieden gestellt hat.

Wir alle wissen, wie entscheidend Zufriedenheit für unseren Arbeitsalltag ist. Was hast du denn aktiv getan, um wieder zufriedener in deinem Job zu werden?

Ich entschied ich mich noch einmal zur Schule zu gehen, um meinen Industriemeister in der Fachrichtung Metall zu machen. Die Schule absolvierte ich in einer verkürzten Form, also innerhalb von 4,5 Monaten in Vollzeit. Das war auf jeden Fall eine Herausforderung, da es sich um Lernstoff gehandelt hat, der für eine Lernzeit von 12 Monaten angesetzt war. Aber letzten Endes hat es sich gelohnt.

Und dann ergab sich die Möglichkeit, was Neues kennenzulernen?

Genau. Nachdem ich die Meisterschule abgeschlossen hatte, bekam ich die Möglichkeit, die anderen Bereiche des Stahlwerks kennenzulernen und somit an den Elektrolichtbogenöfen und der Stranggussanlage zu arbeiten. Dieses „Kennenlernen“ war sehr wichtig für mich, weil ich dadurch ein besseres Verständnis für den Gesamtablauf des Stahlwerkes bekam.

Kannst du kurz erklären, was an den Elektrolichtbogenöfen und der Stranggussanlage passiert?

Im Bereich des Lichtbogenofens wird mit Hilfe von Elektroden ein Lichtbogen erzeugt, mit dem der Stahlschrott eingeschmolzen und aufgeheizt wird. Wenn der Stahl eine Temperatur von gut 1.600°C erreicht hat, wird er in eine Stahlpfanne (Behälter für flüssigen Stahl) abgestochen und mit bestimmten Legierungsmitteln versehen.
Im Bereich der Sekundärmetallurgie wird die Schmelze mit Legierungsmitteln auf die gewünschte Analyse und Temperatur eingestellt.
Anschließend wird die Schmelze in der Pfanne an die Stranggussanlage übergeben, wo der Stahl in eine Form gegossen wird, worin er allmählich erstarrt und nach unten abgefördert wird. Es entsteht eine feste Schale und im Inneren ist der Strang noch flüssig. Durch eine konstante Kühlung erstarrt der Strang immer weiter, bis er schließlich komplett fest ist.
Anschließend wird der Strang in die gewünschte Länge geschnitten, kühlt noch etwas aus und wird im Paket auf einen Waggon verladen und an das Walzwerk überstellt.

Stranggießanlage Peiner Träger GmbH

Spannend auf jeden Fall! Und dann gab es eine neue Chance im Jahr 2019, richtig?

Im April 2019 übernahm ich dann erst kommissarisch den Posten des Vorarbeiters in der Sekundärmetallurgie, welchen ich ab August, also vier Monate später, fest einnahm.

Und dann wurdest Du Koordinator?

Genau. Seit dem 01. März 2021 bin ich als Koordinator im Schmelzbetrieb eingesetzt.
Mein Aufgabenfeld ist breit gefächert, von Fremdfirmenkoordination über Reparaturplanungen bis hin zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Heißt, dein Arbeitsalltag ist sehr vielfältig und es ist wichtig, dass du ein Teil des Konzerns und der Peiner Träger GmbH bist. Wie nimmst du denn eine Auszeit von deinem Job und tankst Energie?

Momentan ist die Umsetzung meiner Hobbys leider teilweise eine Herausforderung. Ich bin in einer geselligen Truppe in meinem Ort, die hin und wieder kleinere Veranstaltungen und Ausflüge organisiert. Wenn ich mal etwas Zeit für mich brauche, fahre ich gern mit meinem Motorrad in den Harz. Die meiste Zeit nimmt jedoch meine Familie ein, mit der ich gerne Ausflüge mache.

Meine letzte Frage heute an dich: Wenn du ein Jahr Auszeit nehmen könntest, was würdest du tun?

Wenn ich mir ein Jahr eine Auszeit nehmen könnte, würde ich noch viel mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.
Da ich mir mit meiner Frau den Traum vom Eigenheim erfüllt habe, jedoch der Garten bislang noch etwas zu kurz gekommen ist, würde ich auch dort viel Zeit verbringen, um einen Platz zum Entspannen und Spielen mit meinem Kind zu schaffen.

Florian, vielen Dank für diesen spannenden Austausch.

Annika Bothe

Drei Dinge, die mir zur Salzgitter AG einfallen: 1. Innovationen für eine nachhaltige Umwelt 2. Stahlflöhe (der Anstich am Hochofen) 3. Ein Weltkonzern, der vielmehr eine große Familie ist

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