Vivien Schwellinger (20) arbeitet als Industriemechanikerin bei der Klöckner DESMA Elastomertechnik GmbH in Fridingen an der Donau in Baden-Württemberg. Vivien hat schon früh für sich erkannt, dass sie nach der Schule beruflich etwas technisches bzw. handwerkliches erlernen möchte. In einem Interview erzählt sie uns, was ihr besonders an ihrem Beruf gefällt und was sie sonst so macht, wenn sie nicht mit großen Maschinen arbeitet.

Vivien Industriemechanikerin DESMAVivien, was hast Du gelernt und wie ging es für Dich weiter?
Von September 2017 bis Februar 2021 habe ich hier im Unternehmen – gleich nach Beendigung meiner Schullaufbahn – eine Ausbildung zur Industriemechanikerin absolviert. Also gerade frisch ausgelernt. Ich wurde anschließend übernommen und arbeite jetzt in unserem Formenbau.

Welchen Beruf haben sich Deine Eltern für Dich vorgestellt?
Solange mir meine Arbeit Spaß macht und ich glücklich bin, sind sie mit allem zufrieden, was ich beruflich mache, haben sie gesagt. Mein Papa hätte sich gefreut, wenn ich eine Ausbildung zur Landwirtin gemacht hätte, da wir zuhause eine Landwirtschaft betreiben. Das sagt er aber immer nur aus Spaß (lacht).

Was gefällt Dir besonders an Deiner Arbeit?
Oh, da gibt es definitiv einiges. Vor allem die Abwechslung in meinen Aufgaben und zu sehen, was man am Ende des Tages geschafft hat, finde ich persönlich klasse. Jeden Tag habe ich für mich persönlich das Ziel vor Augen, noch besser zu werden und jeden Tag etwas Neues dazuzulernen. Außerdem habe ich supernette Kollegen, mit denen man viel lachen kann und die einem bei Fragen immer weiterhelfen. Auch meine Ausbilder und meine „Mitazubis“ hatten immer ein offenes Ohr. Sie haben mir, genauso wie die Arbeitskollegen gezeigt, dass auch eine Frau einen solchen Beruf ohne Probleme erlernen kann. Ich habe mich hier nie unwohl oder fehl am Platz gefühlt, eher im Gegenteil. Als ich mit der Ausbildung begann, machte ich mir natürlich Gedanken, wie es sein wird als einziges Mädchen nur unter Jungs zu arbeiten. Aber diese Sorge war bereits nach ein bis zwei Wochen vergessen, ich hatte/ habe ein tolles Team und einfach eine wunderschöne Zeit. Ich würde diesen Beruf in diesem Unternehmen jederzeit wieder erlernen! Meiner Meinung nach sollten definitiv auch mehr junge Menschen in handwerkliche Berufe einsteigen, da diese unsere Zukunft sind. Wir brauchen Denker, aber auch Macher!

Mit welchen Werkzeugen und Werkstoffen arbeitest Du und gibt es Besonderheiten in Deinem Job?
Ich arbeite hier mit allen für diesen Beruf üblichen Werkzeugen, außerdem – für Nachbearbeitungen – mit der Drehmaschine, der Schleifmaschine und Bohrmaschine. Werkstoff ist hauptsächlich Stahl. Was ich bei DESMA auch besonders gut finde ist, dass wir die Arbeitsklamotten gestellt und sogar gewaschen bekommen. Außerdem kann ich meine Arbeitszeiten ziemlich flexibel einteilen, was mir sehr wichtig ist und was ich definitiv sehr schätze.

Über welches Thema könntest Du eine 30-minütige Präsentation halten ohne jede Vorbereitung?
Darüber wie ein fertiges Produkt entsteht. Von der Idee bis zur Umsetzung. Das Planen, Abändern, Konstruieren, Erstellen einer Baugruppe, Bearbeiten der Werkstücke, Montieren, Prüfen und Testen. Wahrscheinlich könnte man mich sogar nachts wecken und ich hätte die Präsentation drauf (lacht).

Vivien, was machst Du sonst noch so 😉?
Privat bin ich sehr viel bei uns auf der Landwirtschaft zuhause. Das ist ein super Ausgleich für mich, mit den Tieren, der Natur und der Technik zu arbeiten. Außerdem bin ich im Musikverein, fotografiere gerne und eines meiner größten Hobbys ist das Motorradfahren. Wenn ich mal nicht mit meiner Maschine im Landkreis Tuttlingen unterwegs bin, schaue ich gerne Dokumentationen im Fernsehen über wahre Begebenheiten.

Wenn Du ein Jahr „Auszeit“ hättest, was würdest Du machen?
Ganz klar Reisen. Keinen Erholungsurlaub im klassischen Sinne, sondern wirkliches Reisen in einem fremden Land. Ich würde nicht die „typischen“ Reiseziele wie beispielsweise New York oder Paris wählen. Für mich würde hier nur die pure Natur wie in Island, Neuseeland, Kanada und in anderen Ländern in Frage kommen.

Eine Frage noch zum Abschluss: Was magst Du an der Stadt/der Region, in der Du lebst, am meisten?
Das Ländliche und die wunderschöne Natur. Und unseren Dialekt natürlich (schmunzelt). Und wenn man das Leben hier mit seinem Traumberuf verbinden kann, passt doch alles irgendwie perfekt zusammen.

Vivien, vielen Dank für Deine Zeit für das Interview!

PS: Die für den Zukunftstag (Girls´Day und Boys´Day) geplanten Aktionen mussten bei der DESMA leider kurzfristig abgesagt werden. Wir hoffen, dass als Alternative dieser Beitrag einen guten Einblick in unsere technische Ausbildung bietet. Zusätzlich gibt es viele weitere Infos direkt von unseren Azubis hier im Blog oder in unserem YouTube-Kanal. Weitere Angebote zur Berufsorientierung gibt es bei unserem Partner Azubiyo.

Thorsten Ehrenteit

Drei Dinge, die mir zur Salzgitter AG einfallen: 1. großer Stahlhersteller im ländlichen Raum 2. die unglaubliche Einsatzbreite des Werkstoffes Stahl 3. Frodo hätte den EINEN Ring auch bei uns im Hochofen einschmelzen können

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Ein Kommentar
  • ThobiasKiel

    19. Juli 2021, 20:16

    Finde es echt gut, dass Frauen das Interesse an der Industriemechanik haben. Es gibt nicht viele die so einen Beruf haben und ich finde, dass es mehrere geben sollte. Bin noch in der Schule und vor kurzem habe ich auch meine Facharbeit abgegeben.

    Bin am überlegen auch einen Beruf in der Industriemechanik zu haben, da ich echt gute Erfahrung mit AutoCAD und anderen Programmen habe. Ich interessiere mich dafür seit einiger Zeit und dieser Blogbeitrag hat mir bisschen weitergeholfen, den richtigen Beruf zu wählen!

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