In der folgenden kleinen Serie, erstmals erschienen als Artikel in unserem Konzernmagazin STIL, möchten wir Sie mitnehmen auf eine Reise in die Welt der Mobilität. Der Werkstoff Stahl spielt dabei eine besondere Rolle – aber das haben Sie sicher schon geahnt…

Auf Schienen, Straßen, Äckern und selbst auf dem Mond fährt nichts, was nicht von Konstruktionen aus Stahl zusammengehalten wird

Als der Mensch vor mehr als 5.000 Jahren Rad und Wagen erfand, lief es lange nicht rund. Weder Tonscheiben noch aus Baumstämmen geschnittene Holz­scheiben bewährten sich als Räder, und die aus Brettern zusammengefügten hölzernen Scheiben­räder blieben immer fragil. Am stabilsten waren diese Konstruktionen, wenn Eisen oder Bronze ins Spiel kamen und metallische Klammern die Teile des Scheibenrades zusammenhielten sowie dessen Lauffläche mit Eisenbändern beschlagen war.

Komplett aus Stahl:  Mercedes-Benz-  Ackerschlepper OE,  produziert von  1928 bis 1931

Komplett aus Stahl: Mercedes-Benz-Ackerschlepper OE, produziert von 1928 bis 1931. Foto: DaimlerChrysler AG

Schon vor knapp 4.000 Jahren baute der Mensch Speichenräder, die er komplett oder teilweise aus Bronze fertigte. Dennoch blieb bis weit in die Neuzeit Holz das wichtigste Material zum Bau eines Rades. Für dessen Stabilität benötigten die Konstruktionen aber immer Eisen oder Stahl. So rollten auch die ersten Eisenbahnen noch auf Rädern, deren Speichen und Felgen aus Holz hergestellt waren – Radreifen und Naben bestan­den aber aus Schmiede- und Gusseisen. Heutige Eisenbahnräder sind Vollräder aus Stahl, deren äußere Lauffläche durch Wärmebehandlung spezi­ell gehärtet ist.

Wann immer eine große Last bewegt oder gro­ßen Belastungen standgehalten werden muss, ist Stahl in Gebrauch. Die ersten Traktoren rollten auf Rädern mit Laufflächen aus blankem Stahl über das Feld. Manche Schlepper besaßen martialisch aussehende Räder, die mit Stahlgreifern und stäh­lernen Stollen bestückt waren, um im Ackerboden Halt zu finden. Die Traktoren, die damals über das Feld rollten, waren fast komplett aus Stahl – denn kein anderes Material wäre den Anforderungen gewachsen gewesen.

Das gilt auch für Baumaschinen – von Baggern über Radlader bis zu Radwalzen im Straßenbau –, selbst wenn sie als Raupenfahrzeuge über die Baustellen fahren, denn die Laufrollen in ihren Kettenwerken sind natürlich aus Stahl gefertigt. Insbesondere jene in den Fahrzeugen, die wirklich schwere Lasten zu bewegen haben, wie der Raupenschlepper „Crawler“ der NASA. Das 11.000 PS starke Zugpferd transportierte ab 1966 in Cape Canaveral die Raketen zur Startrampe. Dorthin schleppte das Gefährt am 16. Juli 1969 auch eine 5.700 t schwere Startplattform mitsamt der 110 m hohen und fast 3.000 t schweren Saturn-V-Rakete, die zur ersten bemannten Mondlandung startete.

Auch das Mondauto der Apollo-Mission fuhr nicht ohne Stahl: Die Reifen wurden durch ein Federstahlgeflecht stabilisiert

Auch das Mondauto der Apollo-Mission fuhr nicht ohne Stahl: Die Reifen wurden durch ein Federstahlgeflecht stabilisiert. Foto: NASA

Was die NASA auf den Mond schoss, durfte nicht viel wiegen, wie zum Beispiel das 210 kg leichte „Lunar Roving Vehicle“. Dennoch kam das überwiegend aus Aluminium gebaute Mondauto nicht ohne Stahl ins Rollen: Die NASA hatte verschiedene Räder entwickelt und entschied sich letztlich für eine Konstruktion, die durch ein Geflecht aus Stahldraht verstärkt wurde.

Fortsetzung folgt!

 

 

 

 

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