Gemäß der über 2000 Jahre alten Vier-Elemente-Lehre besteht alles Sein aus den vier Elementen  „Erde“, „Wasser“, „Luft“ und „Feuer“. So ganz Stand der Forschung ist das natürlich nicht mehr, schon klar. Nichtsdestotrotz dachten wir bei genauerem Hinsehen: Da ist etwas Wahres dran, wenn man sich die Salzgitter AG ansieht!

Daher soll unsere in unregelmäßigen Abständen erscheinende kleine Serie Join the Joyride sich heute den vier Elementen widmen und wo im Salzgitter-Konzern man sie erleben kann.

Wir starten mit…

WASSER

Wasser ist in industriellen Prozessen selbstverständlich allgegenwärtig. Wasser kühlt unsere Hochöfen. Die Maschinen der KHS sorgen dafür, dass das Lebensmittel Wasser sorgfältig abgefüllt und in einwandfreiem Zustand den durstigen Kunden erreicht. Darüber hinaus “wohnt” im Wasser aber ein Bestandteil, der für die Stahlerzeugung der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen wird. 1 Wassermolekül besteht aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoff­atom. Und da fängt die Sache an, spannend zu werden. Ließe sich der Wasserstoff, eines der häufigsten Elemente unseres Planeten, im großen Maßstab gewinnen, kann er zusammen mit Erdgas zur sog. Direktreduktion dienen: Aus Eisenerz wird Roheisen ohne den Einsatz von Kohle. Dies hat die Freisetzung von deutlich weniger CO2 zur Folge.

Unter dem Projektnamen SALCOS® beschäftigen sich Forscher und Fachleute der Produktion unseres Konzerns in Zusammenarbeit mit Fraunhofer-Instituten und weiteren Partnern mit den neuen Technologien und deren Einbindung in ein integriertes Hüttenwerk.

Unser SALCOS-Mobil ist übrigens heute schon mit Wasserstoff im Tank unterwegs! Seine Emissionen: Wasserdampf.

LUFT

Mittlerweile kann man sie über der Konzernzentrale in Salzgitter bereits aufragen sehen, die ersten Windräder von insgesamt sieben unseres neuen Windparks. Womit wir beim Element Luft bzw. Wind wären, einer Energiequelle, die uns helfen wird, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Denn Energie ist von Nöten, um unseren CO2 -Ausstoß über das jetzige Maß hinaus zu vermindern. Denn um Wasserstoff zu gewinnen und diesen anstelle von Kohle zu nutzen, braucht es Strom!

Mit dem Strom, den ein Windrad pro Stunde erzeugt, kann man übrigens 15.000 Liter Wasser zum Kochen bringen.

Die Salzgitter AG wird also Windmüller. Doch auch für unsere Kunden, besonders die der Ilsenburger Grobblech, ist Wind täglich Brot. Den Stahl für ihre Windkraftanlagen erhalten sie in Ilsenburg, wo 1996 begonnen wurde, Grobblech für den Onshore-Markt zu produzieren.

ERDE

Betrachtet man die Gesamtmasse unseres Planeten einschließlich Meeren und Erdhülle, also nicht nur die “Erde” im engeren Sinne, ergibt sich folgendes Ranking: Sauerstoff hat mit 32.4 % den größten Massenanteil. Danach folgt mit 28.8 % Ferrum, das Eisen. Seit 5000 Jahren setzt es der Mensch für seine Zwecke ein und verhüttet es, wobei das erste verarbeitete Eisen im Alten Ägypten tatsächlich Meteoreisen gewesen ist und zu Recht “Himmelseisen” genannt wurde.

Sie sind grau, unscheinbar und messen gerade mal zehn Millimeter im Durchmesser, doch sie haben es in sich: Die Pellets (Kügelchen) aus dem schwedischen Kiruna – ihr hoher Eisengehalt von 68 % ist herausragend. Mit 3,5 Millionen Tonnen im Jahr deckt die Salzgitter Flachstahl GmbH gut 50 % ihres Gesamtbedarfs an Eisenerz in Schweden, der Rest stammt u. a. aus Gruben in Kanada, Südafrika und Brasilien (Stand 2015).

Die Eisenerzmine Kiruna gilt übrigens als weltweit größtes Eisenerz-Bergwerk. Jährlich werden dort und in Malmberget rund 26 Millionen Tonnen Erz gefördert.

FEUER

Der Leser ahnt es, das ist gewissermaßen unser Leib- und Magenelement!

Stellen Sie sich vor, ein neuer Tag beginnt. Motiviert springen Sie aus dem Bett und der erste Gedanke gilt einem schönen starken Espresso. 88 Grad Celsius hat die Kaffeespezialität, wenn sie aufgebrüht wird (nicht kochend heiß, bitte!). 80 Grad sind es vielleicht noch beim Eingießen. Jetzt flott noch eine Bluse oder ein Hemd gebügelt, Bügeleisen auf höchste Stufe gestellt. 200 Grad!

Wach und schnieke springen Sie in Ihr Auto, dessen Verbrennungsmotor locker um die 500 Grad erreicht. Falls Sie dann an einem Konverter vorbeikommen, in dem in diesem Moment Stahl entsteht (möglicherweise weil Sie ein Vorstellungsgespräch bei der Salzgitter AG haben), wird es allerdings doch noch etwas heißer. 1530 Grad Celsius erreicht eine Schmelze im Konverter. Darauf erstmal einen Espresso!

 

In diesem Sinne: Bleiben Sie eisern und Glückauf!

Hier lesen Sie weiter:

Join the Joyride: Stahl auf Reisen

Join the Joyride – Teil 2: Technik auf Reisen

Join the Joyride – Teil 3: Produkte-Sightseeing

Join the Joyride – Teil 4: Urlaubsgrüße aus dem Stahlwerk

Join the Joyride – Teil 5: Dem Stahl auf der Spur

Join the Joyride – Teil 6: Der Nachhaltigkeit auf der Spur

Join the Joyride – Teil 7: Von Frankreich bis zum Bosporus

 

Frank Gießelmann

Drei Dinge, die mir zur Salzgitter AG einfallen: 1. Glückauf! 2. Windräder 3. Marmor, Stein und Eisen bricht (...Stahl niemals)

Alle Beiträge des Autors anzeigen
Schreibe einen Kommentar