Anfang November hatte ich mit einigen Kolleginnen und Kollegen aus der Holding der Salzgitter AG die Gelegenheit, die Schachtanlage Konrad in Salzgitter-Bleckenstedt zu besichtigen. Hier hat unser Unternehmen von 1965 bis 1976 rund 6,7 Millionen Tonnen Erz für die Stahlherstellung gefördert. Eine nicht ganz unbedeutende Verbindung.
An der Schachtanlage Konrad I angekommen, bekamen wir eine kurze Einweisung in die Funktionsweise und den richtigen Gebrauch eines mobilen und 5 Kilogramm schweren Sauerstoff-Selbstretters, bevor der nächste Schritt das Anlegen der für die Grubenfahrt vorgesehenen Schutzkleidung, wie Sicherheitshelm und -schuhe, Schutzbrille und Helmlampe war. Wer wollte konnte auch die eigene Unterwäsche gegen bereit gestellte Unterwäsche tauschen, was bei zu erwartenden Temperaturen von über 30 Grad unter Tage ein fürsorgliches Angebot ist.
Mit 4 m/s erfolgte anschließend mit einem großen Aufzug die Einfahrt in das ehemalige Eisenerzbergwerk und nach knapp 5 Minuten war das Ziel in 1.000 Meter Tiefe erreicht. Dass wir uns inzwischen wie richtige Bergleute fühlten, lag neben unserer Kleidung vor allem an dem herzlichen „Glück auf“ der Bergleute, die das Bergwerk Schacht Konrad zu dem geplanten Endlager umbauen und denen wir unter Tage öfters begegneten.
Transport im Schacht KonradFortbewegungsmittel in der Tiefe war ein zu einer Art Cabrio umgebauter Mercedes Sprinter, bei dem hinter der Fahrerkabine sechzehn Sitze befestigt waren, auf denen wir, sitzend und fest angeschnallt, durch die verschiedenen Stollen gefahren wurden. Teilweise war das Scheinwerferlicht des Sprinters das einzige Licht hier unten. Und so war das Funkgerät das wichtigste Kommunikationsmittel, um die unter Tage eingesetzten, schweren Baumaschinen zu kontaktieren, die einige Male – erst nur schwach in der Ferne als kleine Lichtpunkte – im Dunkel der Tunnel vor uns auftauchten.
Ganze Artikelbreite_BlogNeben einem geplanten Waschplatz für Fahrzeuge und einer Montagehalle, fuhren wir auch die zukünftige Umladestation an, wo später einmal die Abfallgebinde umgeladen und anschließend in die Einlagerungshallen transportiert werden sollen. Denn die Schachtanlage ist Deutschlands erstes, nach Atomgesetz genehmigtes Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle.

Nach knapp 2 Stunden bei rund 32 Grad auf verschiedenen Sohlen (Ebenen) in 1.000 bis 1.200 Meter Tiefe in ziemlich staubiger Umgebung, waren die meisten von uns doch froh, als es – wieder mit 4 m/s – langsam mit dem Aufzug dem Tageslicht entgegenging. Den Abschluss bildete ein reger Austausch zu dem Erlebten und eine leckere Erbsensuppe mit Würstchen, die nach dem Besuch unter Tage allen besonders gut schmeckte.

Glück auf!

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