Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen in den Sommermonaten ihren wohlverdienten Urlaub. Diesen Sommer hat die Salzgitter AG 130 Werkstudentinnen und Werkstudenten als Urlaubsvertretungen einen Ferienjob angeboten. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen aus der Personalbetreuung hatte ich die Möglichkeit, vier Werkstudenten für unsere neue Blogserie an ihren verschiedenen Arbeitsplätzen zu besuchen. Neben der Schilderung ihrer Eindrücke und Erfahrungen lässt sich anhand der Beiträge aus der Blogserie auch der chronologische Ablauf des Produktionsprozesses „vom Erz zum Stahl“ mitverfolgen. Nachdem ich im ersten Beitrag dieser Serie aus der Sinteranlage, dem Beginn des Produktionsprozesses, berichtet habe, befasst sich dieser Beitrag mit Florian Ebel und seinen Erfahrungen aus der Möllerung, dem nächsten Verarbeitungsschritt von Materialien wie Koks, Erz und dem hergestellten Sinter.

Hr. Ebel Herr Ebel studiert Wirtschaftsrecht an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel und arbeitet in diesen Semesterferien das erste Mal als Werkstudent bei der Salzgitter Flachstahl GmbH(SZFG), der größten Stahltochter des international agierenden Salzgitter-Konzerns.

Überrascht war er zu Beginn insbesondere von den imposanten Gegebenheiten und Dimensionen hier vor Ort. Die riesigen Anlagen und Förderbänder auf dem Werksgelände sind schon sehr beeindruckend. Man blickt auf über 40 Meter hohe Hochöfen, zu deren Spitze sehr lange, schräg aufwärts gerichtete Förderbänder zulaufen. Die Möllerung erfüllt bei der Stahlherstellung zwei Hauptaufgaben. Zum einen wird hier das benötigte Material gesiebt und gewogen, um es für die weitere Verarbeitung im Hochofen auf die richtige Größe zu bringen. Darüber hinaus dient sie auch dazu, die Hauptzutaten für das „Stahlkochen“, wie z.B. Koks und Erz, vorzuhalten. Man kann die Möllerung folglich als eine Art „Vorratskammer“ der Hochöfen betrachten. Das auf Güterzügen angelieferte Material kann direkt über der Anlage durch Trichter abgelassen werden, worüber es in die Lagerbunker gelangt. Auf langen Zuführbändern wird es dann weiter zum Hochofen transportiert. An einem dieser Bänder befindet sich der Arbeitsbereich von Herrn Ebel. Als Werkstudent leistet er tatkräftige Unterstützung für die Produktionsabläufe und führt Reinigungsarbeiten aus. So ist er z.B. dafür zuständig, das vom Band gefallene Material (z.B. Koks) wieder auf das Transportband zu schaufeln. Dafür muss zunächst das Band angehalten, die Einhausung geöffnet, der Boden gesäubert und das Band im Anschluss wieder in Betrieb genommen werden. Die Beschreibung der Tätigkeit lässt schon erahnen, dass die Arbeit von Herrn Ebel körperlich anspruchsvoll ist und man dafür eine gute Fitness aufweisen sollte. Aufgrund dieser Herausforderungen hat er sogar die Trainingseinheiten seines Sports, dem Bouldern, das er sehr erfolgreich in der 2. Bundesliga betreibt, während seiner Werkstudententätigkeit reduziert. Zudem ist eine erhöhte Einsatzbereitschaft gefordert, denn auch mehrmalige Einsätze am Wochenende gehören mit dazu – Wochenendzuschläge natürlich inklusive.

Als besonders positiv hebt er die Kollegialität und Hilfsbereitschaft unter Kollegen und Vorgesetzten hervor, die er bei der SZFG täglich erlebt. Als Neuling wurde er gleich zu Beginn freundlich aufgenommen und sehr gut in das Team integriert. Durch die Tätigkeit hat er viele neue Einblicke bekommen und Erfahrungen gesammelt, was das Arbeiten in einem Hüttenwerk betrifft – ein interessanter Perspektivwechsel und eine willkommene Abwechslung zu den eher kognitiven Anforderungen eines Studenten des Wirtschaftsrechtes.

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