Mit dem Abitur stehen alle Türen offen. Die einen entscheiden sich für ein Studium, die anderen für eine Ausbildung. Ben Andernach und Michael Safonau haben den dritten Weg gewählt und machen beides gleichzeitig: mit einem dualen beziehungsweise ausbildungsintegrierenden Studium bei der KHS Group in Dortmund. Wie der Mix aus Theorie im Studium und Praxis im Betrieb ankommt und wie sie alles unter einen Hut bekommen, verraten sie im Interview mit Think-Ing, nachzulesen hier oder auf der Seite von Think-Ing. (Bilder: Michael Bokelmann)

An der Stromschaltung

Ben und Michael (© Michael Bokelmann)

Volle Power
„Mit dem dualen Studium haben wir das Beste aus beiden Welten bekommen.“ Mit dieser Euphorie ist Michael nicht alleine. Auch sein Kommilitone Ben ist ziemlich glücklich mit der Situation. Die beiden 20-Jährigen sind seit August 2022 Teil der KHS Gruppe in Dortmund, ein Maschinenbauunternehmen für Abfüll- und Verpackungslösungen. Hier gehen Michael und Ben aufs Ganze: Sie absolvieren nicht nur das Bachelorstudium Engineering technischer Systeme mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik am Institut für duale Studiengänge der Fachhochschule Osnabrück. Zusätzlich befinden sie sich in der IHK-Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik. Studi-Zeit, Praxiserfahrungen, zwei Abschlüsse und das in 3,5 Jahren – sportlich aber definitiv machbar.

Fleiß und Disziplin
Die Einheiten aus Praxis und Theorie sind in jeweils drei-Monats-Blöcke unterteilt. „Während jedes Blocks im Betrieb müssen wir eine Prüfungsleistung für die Hochschule erbringen: das Praxistransferprojekt, kurz PTP.“, erklärt Michael. Für dieses Projekt schreiben die dualen Studierenden eine kleine Arbeit über ein Praxisbeispiel aus dem Betrieb. Das kann zum Beispiel die Berechnung des Bremswegs von Gabelstaplern sein, um daraus die Sicherheit bei bestimmten Geschwindigkeiten zu schließen. Die Themen sind frei wählbar. Die Bearbeitungszeit dagegen nicht so ganz. Denn an den PTPs müssen die Studierenden nachmittags oder abends nach dem Arbeitstag schreiben, was nicht immer ganz so einfach ist, wie Ben zugibt: „Man muss sich an manchen Tagen wirklich bemühen, sich nach der Arbeit noch an die Uni-Aufgaben zu setzen. Aber wenn man erst mal dran sitzt, geht es meistens gut voran. Man muss sich nur einmal überwinden.“

Spaß bei der Arbeit
So sind die beiden Ingenieuranwärter nun motiviert ins zweite Semester gestartet. Die erste Prüfungsphase war anstrengend, lief ab aber für beide glatt. Genauso wie der Berufseinstieg. Das Grundlagenwissen wird den dualen Studierenden und Auszubildenden vor Ort in der großen Ausbildungswerkstatt vermittelt. Angefangen beim Elektrogrundkurs, weiter geht’s mit dem Aufbau von einfachen und komplexeren Schaltungen, bis hin zu elektrischen Druckluftsystemen und ganz aktuell: der Metallgrundkurs. Das theoretische Grundwissen steht bei der KHS immer im Einklang mit praktischen Aufgaben, die die Auszubildenden in der eindrucksvollen Halle der Ausbildungswerkstatt bearbeiten. An langen Werkbänken, an denen mehrere Arbeitsplätze aneinandergereiht sind, stehen Ben und Michael mit den anderen Lehrlingen – konzentriert und vertieft in ihre Arbeit. Momentan steht präzises Feilen von Metallwerkstücken auf dem Plan. „Es macht Spaß, dass man hier mit den anderen Auszubildenden zusammen ist. Bei uns wird es zwischendurch auch mal richtig lustig“, grinst Michael.

Grundlagen lernen (© Michael Bokelmann)

„Nur eine Frage des Zeitmanagements“
Mit Spaß bei der Sache und geschätzten Arbeitskolleg*innen lässt es sich gleich einfacher lernen und arbeiten. Wer könnte das besser wissen als Ben? Nach seinem Abitur hatte er sich zunächst für ein Vollzeitstudium an einer Universität entschieden. Durch die Coronapandemie fanden die meisten Kurse online statt. So hatte er kaum Kontakt zu Kommiliton*innen, saß alleine zu Hause vor seinen Aufgaben. Schnell merkte er, dass ihm der Austausch und auch die Praxisnähe fehlt und sich kurzerhand nach einer Alternative umgeschaut. Für ihn hat das duale Studium eindeutig mehr Vorteile. „Man lernt neben dem Studium, wie es ist zu arbeiten und verdient schon Geld. Ich habe oft gehört, dass man keine Freizeit mehr hätte bei einem dualen Studium. Das stimmt aber überhaupt nicht! Das ist nur eine Frage des Zeitmanagements.“

Das letzte Projekt war eine Wechselschaltung, wie man sie auch von zuhause kennt. (© Michael Bokelmann)

Für heute und morgen
Voller Energie fiebern Ben und Michael der ersten IHK-Prüfung entgegen. Danach geht es nämlich raus aus der Ausbildungswerkstatt und rein in die „richtigen“ Abteilungen. „Dort arbeiten wir dann in der Produktion und nicht nur an Modellen“, freut sich Michael. „Nach dem Abschluss ist es als Ingenieur unsere Aufgabe zu schauen, wie wir bestimmte Methoden oder Prozesse verbessern und voranbringen können, zum Beispiel Maschinen energieeffizienter laufen lassen oder umweltfreundlicher produzieren. Die KHS legt den Fokus immer mehr auf Klima und Umwelt“, stellt Ben heraus. „Alles verbessert sich, Technik wird immer schneller und komplexer. Da muss man mithalten können.“, fügt Michael hinzu. An der positiv motivierten Einstellung der beiden Studierenden kann man sich einiges abgucken. Mit dem dualen Studium bei der KHS haben sie den richtigen Pfad auf dem Karriereweg für sich gefunden.

Das Video zum Interview:

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Ein Kommentar
  • Franziska Heinemann

    4. Juni 2024, 14:30

    Der Artikel ist gut strukturiert und informativ. Er bietet einen umfassenden Einblick in das duale Studium bei der KHS Group durch die Erfahrungen von Ben Andernach und Michael Safonau.

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